Die größten Städte der Welt entdecken: Tipps, Viertel und Reiserouten
Nordamerika

Montreal: Europäisches Flair in Nordamerika

Veröffentlicht 1. September 2026
Blick über Montreal vom Mont Royal mit Downtown und Sankt-Lorenz-Strom
Foto: Diliff — CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Vieux-Montréal und der alte Hafen

Die Altstadt rund um die Basilika Notre-Dame ist das touristische Herz: Gassen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die Uferpromenade des Vieux-Port und die Kuppel des Marché Bonsecours. Die Basilika sollte man von innen sehen – das blaugoldene Kirchenschiff gehört zu den schönsten Nordamerikas, der Eintritt ist die wenigen Dollar wert. Früh morgens hat man die Gassen fast für sich; ab mittags übernehmen die Reisegruppen.

Mont Royal: der Berg mitten in der Stadt

Der Hügel, der der Stadt den Namen gab, ist ein von Frederick Law Olmsted – dem Gestalter des Central Park – entworfener Landschaftspark. Der Aufstieg vom Plateau aus dauert eine gute halbe Stunde; oben belohnt der Kondiaronk-Aussichtspunkt mit dem klassischen Blick über Downtown und den Sankt-Lorenz-Strom. Sonntags im Sommer trommeln am Cartier-Denkmal hunderte Menschen bei den Tam-Tams – ein Stück Montrealer Folklore.

Plateau, Mile End und die Küche

Das Plateau Mont-Royal mit seinen berühmten Außentreppen und bunten Fassaden ist das fotogenste Wohnviertel der Stadt. Nördlich davon liegt Mile End, Heimat der Bagel-Bäckereien St-Viateur und Fairmount – beide rund um die Uhr geöffnet, beide mit treuen Anhängern, die sich seit Jahrzehnten streiten, wer den besseren Bagel backt. Dazu gehören Smoked Meat bei Schwartz’s und mindestens einmal Poutine: Pommes mit Käsebruch und Bratensauce, deftig und besser als ihr Ruf.

Märkte und Mitbringsel

Der Marché Jean-Talon in Little Italy ist einer der größten Freiluftmärkte Nordamerikas: Ahornsirup in allen Härtegraden, Käse aus Québec, im Spätsommer Berge von Beeren. Kleiner, aber näher am Zentrum liegt der Marché Atwater am Lachine-Kanal – ideal zu kombinieren mit einer Radtour am Wasser. Ahornsirup kauft man hier übrigens in der Dose statt in der Souvenirflasche: gleicher Inhalt, halber Preis.

Untergrundstadt und Reisezeit

Das RÉSO, die Ville souterraine, verbindet auf über 30 Kilometern Metrostationen, Einkaufszentren und Bürotürme – im Winter überlebenswichtig, denn Januar und Februar bringen regelmäßig minus 20 Grad. Die angenehmste Reisezeit sind Juni bis September; im Juli macht das Jazzfestival, das größte der Welt, große Teile der Innenstadt frei zugänglich. Die Metro ist schnell und günstig, ein Wochenendpass kostet wenig und deckt alle vier Linien ab.

Häufige Fragen

Kommt man in Montreal mit Englisch zurecht?
Ja, in Hotels, Restaurants und Geschäften problemlos. Ein Bonjour zur Begrüßung wird trotzdem geschätzt – viele Montrealer wechseln danach von selbst ins Englische.
Montreal oder Québec City?
Montreal ist größer, urbaner und vielfältiger; Québec City kompakter und museal-schöner. Ideal ist die Kombination: drei Stunden Zug oder Auto liegen dazwischen.