Vieux-Montréal und der alte Hafen
Die Altstadt rund um die Basilika Notre-Dame ist das touristische Herz: Gassen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die Uferpromenade des Vieux-Port und die Kuppel des Marché Bonsecours. Die Basilika sollte man von innen sehen – das blaugoldene Kirchenschiff gehört zu den schönsten Nordamerikas, der Eintritt ist die wenigen Dollar wert. Früh morgens hat man die Gassen fast für sich; ab mittags übernehmen die Reisegruppen.
Mont Royal: der Berg mitten in der Stadt
Der Hügel, der der Stadt den Namen gab, ist ein von Frederick Law Olmsted – dem Gestalter des Central Park – entworfener Landschaftspark. Der Aufstieg vom Plateau aus dauert eine gute halbe Stunde; oben belohnt der Kondiaronk-Aussichtspunkt mit dem klassischen Blick über Downtown und den Sankt-Lorenz-Strom. Sonntags im Sommer trommeln am Cartier-Denkmal hunderte Menschen bei den Tam-Tams – ein Stück Montrealer Folklore.
Plateau, Mile End und die Küche
Das Plateau Mont-Royal mit seinen berühmten Außentreppen und bunten Fassaden ist das fotogenste Wohnviertel der Stadt. Nördlich davon liegt Mile End, Heimat der Bagel-Bäckereien St-Viateur und Fairmount – beide rund um die Uhr geöffnet, beide mit treuen Anhängern, die sich seit Jahrzehnten streiten, wer den besseren Bagel backt. Dazu gehören Smoked Meat bei Schwartz’s und mindestens einmal Poutine: Pommes mit Käsebruch und Bratensauce, deftig und besser als ihr Ruf.
Märkte und Mitbringsel
Der Marché Jean-Talon in Little Italy ist einer der größten Freiluftmärkte Nordamerikas: Ahornsirup in allen Härtegraden, Käse aus Québec, im Spätsommer Berge von Beeren. Kleiner, aber näher am Zentrum liegt der Marché Atwater am Lachine-Kanal – ideal zu kombinieren mit einer Radtour am Wasser. Ahornsirup kauft man hier übrigens in der Dose statt in der Souvenirflasche: gleicher Inhalt, halber Preis.
Untergrundstadt und Reisezeit
Das RÉSO, die Ville souterraine, verbindet auf über 30 Kilometern Metrostationen, Einkaufszentren und Bürotürme – im Winter überlebenswichtig, denn Januar und Februar bringen regelmäßig minus 20 Grad. Die angenehmste Reisezeit sind Juni bis September; im Juli macht das Jazzfestival, das größte der Welt, große Teile der Innenstadt frei zugänglich. Die Metro ist schnell und günstig, ein Wochenendpass kostet wenig und deckt alle vier Linien ab.
