Royal Mile und Edinburgh Castle
Die Royal Mile führt vom Castle auf dem Basaltfelsen hinunter zum Holyrood Palace, der schottischen Residenz des Königs. Das Castle ist teuer und voll – wer hinein will, bucht das erste Zeitfenster des Tages online. Mindestens so lohnend sind die Closes, die schmalen Gassen links und rechts der Royal Mile: Real Mary King’s Close führt in die unterirdisch überbauten Straßen des 17. Jahrhunderts. Den Touristenläden mit Tartan-Massenware muss man nicht zu viel Zeit widmen.
Arthur’s Seat: der Vulkan in der Stadt
Hinter Holyrood beginnt der Holyrood Park mit Arthur’s Seat, einem 251 Meter hohen erloschenen Vulkan. Der Aufstieg dauert je nach Route 45 bis 60 Minuten und verlangt festes Schuhwerk – oben steht man im Wind über der ganzen Stadt, dem Firth of Forth und den Hügeln am Horizont. Die kürzere Alternative mit fast gleicher Aussicht ist Calton Hill mit seinen Denkmälern; hier entstehen die klassischen Postkartenfotos der Stadt.
New Town, Stockbridge und Leith
Die New Town aus dem 18. Jahrhundert ist das größte zusammenhängende georgianische Stadtensemble Großbritanniens – elegante Straßenzüge, private Gärten, gute Restaurants. Über die Circus Lane, die meistfotografierte Gasse der Stadt, geht es hinunter ins dörfliche Stockbridge mit Sonntagsmarkt. Am Wasser liegt Leith, der alte Hafen: einst rau, heute Heimat der Royal Yacht Britannia und mehrerer Sternerestaurants. Der Fußweg dorthin am Water of Leith gehört zu den schönsten Stadtspaziergängen.
Pubs, Whisky und ein Abend in der Stadt
Ein Edinburgh-Besuch ohne Pubabend ist unvollständig. In der Rose Street und rund um den Grassmarket reiht sich ein Pub an den nächsten; wer Livemusik sucht, wird in der Sandy Bell’s fast jeden Abend fündig. Whisky-Einsteiger nehmen ein Tasting in einem Whisky-Shop statt der touristischen Großattraktionen – dort erklärt jemand mit Zeit die Regionen, vom rauchigen Islay bis zur milden Speyside, und man probiert gezielter.
Reisezeit, Festivals und Praktisches
Im August verdoppelt das Fringe Festival die Stadt: das größte Kulturfestival der Welt, mitreißend, aber Unterkünfte kosten dann das Drei- bis Vierfache. Ruhiger sind Mai, Juni und September. Das Wetter wechselt im Stundentakt – eine Regenjacke schlägt jeden Schirm, der im Wind ohnehin kapituliert. Vom Flughafen fährt die Tram in 35 Minuten ins Zentrum; in der Stadt selbst braucht es kaum Tickets, fast alles liegt in Gehweite.
